Fixie unter 200 Euro kaufen: FINGER WEG!

Wenn man keine Lust hat eine Singlespeed oder Fixie selber zusammen zu bauen, bleibt einem nur der Neukauf über. Unerfahrene schnappen sich dann das nächst günstige Angebot beim Fahrrad-Discounter, doch nach dem Kauf merkt man schnell, dass es ein ABSOLUTER Fehltritt war. Hier die wichtigsten Dinge die Du beim Kauf wissen solltest!

Fixies für unter 200 €

Man geht zum Fahrrad-Discounter und denkt sich „Wow, für unter 200 Euro eine Fixie, geil den hole ich mir!“

Diesen Gedanken kann man sicher verstehen, denn als Laie denkt man sich, warum man rund 1000 € für ein Rad ausgeben sollte wenn die Fancy-Aussehenden Dinger schon für unter 200 Euro zu haben sind.

Problem an der Sache ist die absolut schlechte Qualität und damit der fehlende Fahrspaß. Es bleibt halt eben nur die Optik, die von weitem ein cooles Fixie vermuten lässt. Man braucht da aber nicht wirklich genauer hinsehen um festzustellen, dass die Verarbeitungsqualität echt sehr minderwertig ist.

Vor allem Fahrradtechniker rollen mit den Augen und hauen sich mit der flachen Hand gegen die Stirn, weil sie sich denken, wie man um Himmels Willen ein solches Ding herstellen konnte, oder gar wie man auf so ein Angebot hereinfallen kann…

…DENN HIER IST WIRKLICH ALLES SCHLECHT! Genauer gesagt:

  • Rahmen
    Der Rahmen wird aus den billigsten Materialien zusammengeschweißt
  • Schweißnähte
    Die Schweißnähte sind meist sehr, sehr SEHR schlecht. Dafür muss man kein Laie sein um es zu erkennen.
  • Bremsen (Singlespeed)
    Wichtigstes sicherheitsrelevantes am Singlespeed oder ungeübte Fixie Fahrer.  Das Einstellen der Bremsen stellt sogar erfahrene Zweirad-Mechaniker vor einer großen Herausforderung. Die Bremshebel sind ein Witz und die Bremsen selbst ziehen sich NUR irgendwie an die Felgenflanke ran sodass so etwas wie eine „Bremswirkung“ entsteht.
  • Bremsen (Fixie)
    Die einzige „Bremse“ die eine Fixie hat ist der starre Ritzel am Hinterrad. Natürlich hat dieses Bauteil eine absolut minderwertige Qualität, wodurch beim harten Ankern immer die Angst mitbremst und man sich denkt „hoffentlich fliegt der Ritzel mir nicht um die Ohren“.
    Ein „Fixie“ für unter 200 € solltest du WIRKLICH NICHT ohne Bremsen und ohne dicker Fußsohle fahren. Dazu sollte man etwas athletisch sein um im Zweifel vom Fahrrad abspringen zu können.
  • Tretlager
    Macht mal den Test, fährt beim Fahrradhändler ein billiges Fixie und ein teureres. Man merkt an schnell an den Füßen eine Unwucht, eine Acht. Das sind die Kurbelarme, das Tretlager oder die Pedale, welche aufgrund der mangelnden Qualität (am Gewinde) nicht rund laufen.
  • Laufräder
    Wenn ein Laufrad mehr als 2000 Kilometer hält dann ist das pures Glück, aber dafür hat man sicher mehrmals den Schlauch des Laufrades oder die Reifen wechseln müssen, weil sie oft platt gehen werden. Ganz übel wird es, wenn man den platten Reifen hinten wechseln muss. Die Kettenspannung funktioniert alles andere als gut. Zwei Fummel-Schrauben sollen einem dabei helfen das Laufrad hinten mittig zu zentrieren und die Kette zu spannen. Dies funktioniert meist nicht wirklich und entweder ist die Kette zu stramm oder zu locker. Die goldene Mitte zu finden ist fast schier unmöglich.

Ein Appell an Fahrradhändler! (Und an die Verkäufer)

Ich kann verstehen, dass man wirtschaftlich arbeiten will, Gewinne maximieren möchte und so weiter. Ist ganz klar, aber LEUTE, als Fahrradhändler weiß man ganz genau was man da für einen Mist verkauft. Da hilft auch nicht jegliches „Schönreden“ um sein eigenes Gewissen zu beruhigen.

Verkauft lieber die hochwertigeren Varianten und schult die Mitarbeiter dahingehend, dass Sie den Kunden besser aufklären.

Es gibt nichts schlimmeres als das Verletzungsrisiko des eigenen Kunden. Denn letztendlich steht der Name des Händlers auf einem nicht abkratzbarem Sticker auf dem Rahmen drauf. Der Kunde kommt doch nie wieder zu Euch, nach einer Vollbremsung oder einer sehr gefährlichen Situation im Straßenverkehr. Vor allem haben wir einen Radfahrer weniger auf der Straße und dann somit einen Kunden weniger. Dem Hersteller aus Fernost, der diese Art billiger 50 € EK Metallschrott verkauft juckt es nämlich kein bisschen.

Da mein Appell am A**** eines Fachhändlers vorbeigehen wird, geht das selbige auch an den Verkäufer.

Wenn Ihr mehrere Fixies / Singlespeed Bikes anbietet und der Kunde wie immer schnurstracks Richtung der billigst Angebote läuft, lasst ihn mal probefahren und lasst ihn auch gleichzeitig ein besseres hochwertiges Modell fahren (sofern es möglich ist).

Argumentiert mit den oberen Punkten und erklärt dem Kunden, die Unterschiede auch in der Wartung. So habt Ihr mehr Umsatz produziert und dafür gesorgt das der Absatz des besseren Modells vorhanden ist und den Absatz des billigen Models minimiert, sodass der Einkäufer im Unternehmen gezwungen ist, die billigen Modelle weniger zu bestellen.

Gibt es Ausnahmen?

Nun ja, es ist sicher so, dass es unter den billig Anbietern auch Qualitäts-Unterschiede gibt. Man muss sich aber als Kunde fragen, wodurch es überhaupt möglich sein kann. Warum verkauft Cinelli, Bianchi & Co seine Singlespeeder für mindestens 799 € und wie kann es sein das andere 600 € weniger verlangen? Der Blick auf die Komponenten und Verarbeitungsqualität wird es verraten.

Alternativen für Leute die nicht genügend Budget haben oder nicht viel Budget ausgeben wollen

Ganz ehrlich, bevor man ein Neurad für 199 € kauft, sollte man sich ein gebrauchtes Rennrad für rund 200 Euro kaufen und diesen dann entweder in ein Fixie umbauen oder umbauen lassen. Denn es ist der wahre Geist eines Fixies, viel cooler und megagute Qualität die so nicht mehr hergestellt wird.

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